Ronny Keßler – Klimaanpassung und nachhaltige Stadtentwicklung in Wismar
Thema 3 · Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026
Nachhaltige Stadtentwicklung und Klimaanpassung
Wie kann Wismar klimafest, grün und lebenswert weiterentwickelt werden – und welche Unterstützung brauchen Kommunen dafür von Mecklenburg-Vorpommern?
Ronny Keßler · SPD-Landesliste – Platz 60Klimaanpassung ist inzwischen eine kommunale Daueraufgabe
Klimapolitik wird häufig auf die Verringerung von Treibhausgasen reduziert. Für Städte und Gemeinden ist inzwischen jedoch ebenso entscheidend, wie sie mit bereits spürbaren Folgen des Klimawandels umgehen. Heiße Sommertage, längere Trockenperioden, Starkregen, Überflutungsrisiken, Belastungen für Stadtgrün und steigende Anforderungen an öffentliche Räume verändern kommunale Planung. An der Küste kommen weitere Fragen hinzu, etwa zum Schutz empfindlicher Infrastruktur und zur langfristigen Vorsorge.
Für Ronny Keßler besitzt das Thema einen unmittelbaren kommunalpolitischen Bezug. In der Wismarer SPD-Fraktion wird er als Vorsitzender des Ausschusses für nachhaltige Entwicklung im Bereich Umwelt und Klimaschutz geführt. Gleichzeitig ist seine Mitgliedschaft in der Wismarer Bürgerschaft aktuell dokumentiert. Diese Funktion erlaubt es, seine kommunalpolitische Erfahrung im Themenfeld Nachhaltigkeit zu benennen. Sie bedeutet aber nicht automatisch, dass jede Maßnahme der Stadt seine persönliche Initiative ist oder dass daraus bereits ein vollständiges landespolitisches Programm folgt.
Die Kernfrage dieser Seite lautet deshalb: Welche Erfahrungen aus der praktischen kommunalen Klimaanpassung lassen sich auf Landesebene nutzen, und welche Unterstützung benötigen Städte und Gemeinden, damit aus Konzepten tatsächlich umsetzbare Maßnahmen werden?
Wismar arbeitet 2026 an einem eigenen Klimaanpassungskonzept
Die Hansestadt Wismar befindet sich 2026 bei der Erarbeitung ihres Klimaanpassungskonzeptes in einer entscheidenden Phase. Nach Angaben der Stadt geht es ausdrücklich darum, die Stadt auf heiße Sommertage, längere Trockenheit und Starkregen vorzubereiten und ihre Lebensqualität langfristig zu sichern. Im März wurden ein öffentliches Forum und fachliche Workshops durchgeführt; im Juni folgte eine Onlinebefragung ausgewählter Bürgerinnen und Bürger. Damit wird Klimaanpassung nicht nur als technische Aufgabe behandelt, sondern mit Beteiligung verbunden.
Ein Konzept kann unterschiedliche Bereiche zusammenführen: Stadtgrün, Entsiegelung, Regenwassermanagement, Beschattung, Gesundheitsschutz, Bauplanung, Verkehrsflächen und den Umgang mit öffentlichen Plätzen. Gerade dicht bebaute Bereiche können sich im Sommer stark aufheizen. Bäume, Grünflächen und Wasser können die Aufenthaltsqualität verbessern, benötigen aber ihrerseits Pflege und Wasser. Starkregen verlangt wiederum andere Lösungen, beispielsweise Rückhaltemöglichkeiten, angepasste Entwässerung und Flächen, die zeitweise Wasser aufnehmen können.
Wichtig ist dabei, Zielkonflikte offen zu benennen. Parkplätze, Wohnungsbau, Verkehrsflächen, Denkmalschutz, Barrierefreiheit, Grün und Klimaanpassung konkurrieren teilweise um begrenzten Raum. Gute Planung bedeutet nicht, diese Konflikte zu ignorieren, sondern nachvollziehbare Abwägungen zu treffen und möglichst Lösungen zu entwickeln, die mehrere Ziele verbinden.
Der Bahnhofsvorplatz zeigt, wie Klimaanpassung sichtbar werden kann
Ein konkretes Wismarer Beispiel ist die Neugestaltung der Freiflächen an der Bahnhofstraße. Am 17. Juni 2026 erfolgte der Spatenstich. Nach Angaben der Hansestadt werden rund 3.700 Quadratmeter neu gestaltet. Vorgesehen sind unter anderem neue Wegebeziehungen, Sitzgelegenheiten, Pflanzungen, Laubbäume, Wasserdüsen und ein Trinkbrunnen. Für das Projekt wurde eine Förderung von 1.012.500 Euro aus dem Bundesprogramm zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel bewilligt. Die Umsetzung soll bis Ende 2027 erfolgen.
Der Wert eines solchen Projekts liegt darin, dass mehrere Funktionen zusammenkommen. Ein Bahnhofsvorplatz ist Verkehrsknoten, Eingang zur Innenstadt, Aufenthaltsort und öffentlicher Raum. Zusätzliche Bäume und Wasserangebote können bei Hitze entlasten. Verbesserte Wegebeziehungen können Orientierung und Zugänglichkeit stärken. Gleichzeitig müssen Gestaltung, Pflege, Sicherheit und dauerhafte Betriebskosten bedacht werden.
Solche Projekte zeigen auch, warum Förderprogramme wichtig sind. Kommunen können große Investitionen oft nicht allein tragen. Gleichzeitig sollte Förderung möglichst planbar sein und nicht nur einzelne Vorzeigeprojekte ermöglichen. Wenn Klimaanpassung zu einer Regelaufgabe wird, müssen entsprechende Kriterien auch bei normalen Straßen-, Platz-, Schul- und Quartiersprojekten berücksichtigt werden.
Welche Aufgabe hat das Land Mecklenburg-Vorpommern?
Viele Klimaanpassungsmaßnahmen werden kommunal geplant und umgesetzt. Das Land kann jedoch Rahmenbedingungen verbessern: durch Beratung, Daten, Förderprogramme, Unterstützung bei Planungskapazitäten und die Verknüpfung mit Städtebau, Wasserwirtschaft, Gesundheitsvorsorge und Katastrophenschutz. Besonders kleinere Kommunen verfügen nicht immer über eigene Fachstellen, die komplexe Klimarisiken systematisch bearbeiten können.
Für Mecklenburg-Vorpommern ist außerdem die Vielfalt der Räume entscheidend. Küstenstädte, ländliche Gemeinden, Tourismusorte und größere Zentren haben unterschiedliche Risiken. Eine starre Einheitslösung wäre daher wenig sinnvoll. Nötig sind belastbare Daten und Instrumente, die vor Ort angepasst werden können.
Belegt
Wismar arbeitet 2026 an einem Klimaanpassungskonzept, beteiligt Bürgerinnen und Bürger und setzt mit der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes ein konkretes gefördertes Projekt um. Ronny Keßler ist kommunalpolitisch im Bereich nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz tätig.
Offene politische Frage
Welche Förderinstrumente, Standards oder landesweiten Programme Ronny Keßler für die Klimaanpassung befürwortet, wird nicht als bereits feststehende Position behauptet.
Klimaanpassung muss sozial und alltagstauglich sein
Klimaanpassung ist auch eine soziale Frage. Hitze belastet Menschen unterschiedlich. Ältere Menschen, kleine Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen und Personen, die in stark aufgeheizten Wohnungen oder Quartieren leben, können besonders betroffen sein. Öffentliche Grünflächen, Schatten, Trinkmöglichkeiten und erreichbare kühle Orte sind deshalb nicht nur gestalterische Extras, sondern können gesundheitliche Bedeutung haben.
Auch die Kostenverteilung ist wichtig. Wenn Gebäude, Straßen und öffentliche Räume angepasst werden, stellt sich immer die Frage, wer investiert und wer profitiert. Kommunale Haushalte dürfen nicht überfordert werden. Gleichzeitig sollte Klimaanpassung möglichst früh in ohnehin geplante Bau- und Sanierungsmaßnahmen integriert werden, weil nachträgliche Umbauten häufig teurer sind.
Für Wismar bietet das laufende Konzept die Möglichkeit, Prioritäten systematisch festzulegen. Für das Land stellt sich die Frage, wie Kommunen aus der Konzeptphase in die Umsetzung kommen. Genau an diesem Punkt könnte die Erfahrung aus kommunalen Ausschüssen für einen Landtagskandidaten relevant werden: nicht als Garantie für fertige Lösungen, sondern als Kenntnis darüber, wie Finanzierung, Planung, Bürgerinteressen und praktische Umsetzung miteinander verbunden werden müssen.
FAQ – häufige Fragen
Was ist ein Klimaanpassungskonzept?
Es untersucht Klimarisiken vor Ort und entwickelt Maßnahmen, mit denen eine Kommune auf Folgen wie Hitze, Trockenheit oder Starkregen reagieren kann. Ziel ist nicht nur Klimaschutz, sondern die Anpassung an bereits erwartbare Veränderungen.
Wie beteiligt Wismar die Bevölkerung?
2026 fanden unter anderem ein öffentliches Forum und fachliche Workshops statt. Im Juni wurden zusätzlich Bürgerinnen und Bürger zu einer Onlinebefragung eingeladen, um ihre Sichtweisen in die weitere Arbeit einzubeziehen.
Was hat der Bahnhofsvorplatz mit Klimaanpassung zu tun?
Bei der Neugestaltung sind unter anderem zusätzliche Bäume, Pflanzungen, Wasserdüsen und ein Trinkbrunnen vorgesehen. Dadurch werden Aufenthaltsqualität, Begrünung und Hitzeminderung mit einem Verkehrs- und Stadtentwicklungsprojekt verbunden.
Ist Ronny Keßler allein für das Klimaanpassungskonzept verantwortlich?
Nein. Das Konzept ist ein Projekt der Hansestadt und wird von Verwaltung, Politik, Fachleuten und Beteiligten bearbeitet. Die Seite nennt Ronny Keßlers kommunalpolitischen Bezug zum Thema, schreibt ihm aber keine alleinige Urheberschaft zu.
Warum braucht es Unterstützung des Landes?
Klimaanpassung erfordert Daten, Fachplanung und Investitionen. Besonders kleinere Kommunen können diese Aufgaben nicht immer aus eigenen personellen und finanziellen Ressourcen dauerhaft bewältigen.
Was ist die zentrale politische Abwägung?
Klimaanpassung muss wirksam, finanzierbar und sozial verträglich sein und zugleich mit Wohnungsbau, Verkehr, Denkmalschutz, Grünplanung und anderen kommunalen Zielen zusammenpassen.
Geprüfte Quellen und weiterführende Informationen
- Hansestadt Wismar – Klimaanpassungskonzept und Bürgerbefragung 2026
- Hansestadt Wismar – Spatenstich und Neugestaltung Bahnhofstraße
- Hansestadt Wismar – Bürgerschaft
- SPD-Bürgerschaftsfraktion Wismar – Fraktionszeitung mit Ausschussübersicht
- Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern – Bewerberheft Landtagswahl 2026

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